Regierungsrat lässt Kantonsarchäologie weiter im Ungewissen

Lassen wir nicht zu, dass der Regierungsrat seine Sparmassnahmen hinter verschlossenen Türen durchführen kann. Wir fordern von ihm endlich einen konstruktiven und realitätsbezogenen Umgang mit der Archäologie im Kanton Schaffhausen.

Seit September 2014 schwebt über der Kantonsarchäologie Schaffhausen der Sparhammer. Das Entlastungsprogramm 2014 (EP2014) sieht einen massiven Stellenabbau vor, der die Kantonsarchäologie faktisch handlungsunfähig macht. Es drängt sich die Frage auf, warum die meisten Stellen im Baudepartement in einer der kleinsten Abteilungen gestrichen werden. Hat man den Weg des geringsten Widerstandes gesucht, hat man sich unter Druck setzen lassen oder wurde man fachlich schlecht beraten? Entgegen der Behauptung des Regierungsrates, ist die Archäologie im Kanton Schaffhausen nämlich in keiner Weise erschöpft. Die neuesten Funde in Osterfingen zeigen dies in eindrücklicher Weise (siehe Vergangenes).

Eine vom Regierungsrat und Departementsvorsteher Reto Dubach eingesetzte Arbeitsgruppe zu den Sparmassnahmen in der Kantonsarchäologie kam bereits im Mai 2015 zur Erkenntnis, dass der von der Regierung gesetzte Zielwert einer „Reduktion auf eine Vollzeitstelle kaum realistisch ist“ (WOZ, 07. Mai 2015). Dementsprechend wird die Regierung eine andere Lösung suchen müssen. Der Bericht der Arbeitsgruppe wurde auf Ende 2015 versprochen. Bis heute hat der Regierungsrat weder über die konkrete Neuausrichtung und zukünftige Aufstellung der Schaffhauser Kantonsarchäologie informiert, noch den Abschlussbericht der Arbeitsgruppe veröffentlicht.

Trotz grossen Protesten aus der Bevölkerung sowie der nationalen und internationalen Fachwelt wurden im Budget 2015 und 2016 bereits die ersten Stellen im Zuge der Sparmassnahmen gestrichen. Auf Anfang 2017 wird sich die Arbeitssituation bei der Kantonsarchäologie Schaffhausen dramatisch zuspitzen.

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