Regierungsrat lässt Katze aus dem Sack

Der Schaffhauser Regierungsrat hat endlich sein Vorgehen hinsichtlich der „Neuausrichtung der Schaffhauser Kantonsarchäologie“ offen gelegt. Am 23. August 2016 erfolgte die Medienmitteilung. Das wichtigste in Kürze: Die Kantonsarchäologie und Denkmalpflege werden auf 1. Januar 2017 zusammengeführt und der durch EP2014 bedingte Stellenabbau bei der Kantonsarchäologie wird auf Anfang 2017 gestoppt. 

Die „Neuausrichtung“ der Kantonsarchäologie wurde nötig, da der Regierungsrat im Zuge des Entlastungsprogrammes EP2014 der Kantonsarchäologie unverhältnismässig grosse Sparmassnahmen aufzwang. Diese hätten sie handlungsunfähig gemacht. Gegen die Pläne regte sich massiver Widerstand aus der Bevölkerung, so dass der verantwortliche Regierungsrat, Reto Dubach, eine Arbeitsgruppe einberief. Die Gruppe befasste sich während den letzten anderthalb Jahren mit den möglichen Varianten für eine Neuausrichtung einer reduzierten archäologischen Fachstelle.

Der Regierungsrat hat sich nun für eine Variante entschieden. Ab dem 1. Januar 2017 werden die beiden Ressorts „Kantonsarchäologie“ und „Denkmalpflege“ zur Dienststelle „Amt für Denkmalpflege und Archäologie“ zusammengelegt. Die aktuelle Denkmalpflegerin, Flurina Pescatore, wird Amtsleiterin, die momentane Projektleiterin der Kantonsarchäologie, Katharina Schäppi, die neue Kantonsarchäologin. Das ursprüngliche Sparziel von 100 Stellenprozent ist vom Tisch und mit der Zusammenlegung von Archäologie und Denkmalpflege wird die Grundlage für ein qualitativ leistungsstarkes kulturhistorisches Kompetenzzentrum im Kanton Schaffhausen gelegt.

Ganz ohne Opfer ist dies aber nicht möglich. Die Kantonsarchäologie Schaffhausen verlor und verliert zentrale Arbeitsplätze, unter anderem die einer wissenschaftlichen Projektleiterin. Jahresverträge werden Ende 2016 nicht mehr erneuert, so dass niederschwellige aber wichtige Arbeitsplätze verloren gehen: Menschen, die am Ende ihres Arbeitslebens stehen, werden in die Arbeitslosigkeit entlassen, dem Schaffhauser Nachwuchs werden die Möglichkeiten von ersten Erfahrungen im Berufsalltag von Archäologinnen und Archäologen genommen. Zudem stellt sich hinsichtlich den Kürzungen in den Bereichen Vermittlung und Öffentlichkeitsarbeiten die Frage, für wen Archäologie eigentlich betrieben wird.

Trotz den schmerzlichen Verlusten von Arbeitsstellen und zwei äusserst schwierigen Jahren für die Mitarbeitenden der Kantonsarchäologie Schaffhausen, ist es dem Regierungsrat heute anzurechnen, dass er eingelenkt hat.

Durch die vorgelegte Lösung:

  • bleibt die archäologische Fachstelle weiterhin im Kanton,
  •  kann sich der Kanton Schaffhausen seinen Pflichten und der Herausforderderung stellen, das reiche kulturelle Erbe angemessen zu betreuen,
  •  wird der Kanton Schaffhausen auch weiterhin durch eine Kantonsarchäologin im Inn- und Ausland fachlich vertreten sein.